Interview mit Ralph Eckert

von Dominik Krenzer (Kommentare: 0)

Anlässlich der Sichtung für den Jugendkader Pool der Saison 2015/2016 des BVBW, hatten wir die Gelegenheit, ein Interview mit Ralph Eckert zu führen.

Tobias Beyer: Was war der Auslöser 1982 mit dem Billard spielen zu beginnen?

Ralph Eckert: Dass ich, wie in meinem letzten Buch beschrieben, zufällig in dieses neu eröffnete Café Billard in Ludwigshafen hineinlief und auf Mr. Tobias Kim traf. Es spielte aber auch eine Rolle, dass der Haussegen zwischen meiner Mutter und meinem Stiefvater oftmals recht schief hing und ich daher motiviert war, möglichst erst nach Hause zu kommen, wenn sie denn schon schliefen.

Tobias Beyer: Können Sie sich noch erinnern was am Anfang des Billard spielen die größte Herausforderung war?

Ralph Eckert: Es gab schon Mehrere. Das Durchhalten vermutlich! Es hat 2 Jahre gedauert, bis es plötzlich irgendwie „Klick“ gemacht hat und ich nach 2 Jahren der 1,xx Durchschnitte auf 3, 4, 5 und schnell auf über 10er Durchschnitte kam.

Tobias Beyer: Mit welcher Trainingsmethoden haben Sie die größten Fortschritte gemacht?

Ralph Eckert: Es war wohl die Auflage meines Meisters Mr. Kim, dass ich die 3 Freistunden, die ich jeden Tag für meine Arbeit (Kugeln polieren und Tische absaugen) bekam, alleine absolvieren musste! Da lernte ich eben, wie ich mich am besten alleine am Tisch beschäftigen konnte. So widmete ich mich den Übungen aus den amerikanischen Billardzeitschriften und Büchern, die bei uns auslagen und erfand auch früh schon eigene Übungen und Spiele zum alleine trainieren. Erst nach diesen 3 Stunden durfte ich auch mit anderen spielen. Wirkliche Trainingsmethoden gab es damals im Billard noch nicht.

Tobias Beyer: Wie oft haben Sie dabei in der Woche trainiert?

Ralph Eckert: Jeden Tag! Auch wenn ich keine Lust hatte, was so gut wie nie vorkam. Denn Mr. Kim sagte schon früh, dass es auch an mir liegt, dafür zu sorgen wirklich motiviert und mit Spaß (1. Klasse) an den Tisch zu gehen.

Tobias Beyer: Was war bis dato der schönste Moment in Ihrer Billard Karriere?

Ralph Eckert: Der Sieg bei der Antalya Open Euro Tour 1999. Erstens weil es für mich endlich der internationale Durchbruch war, zweitens weil es live im türkischen TV übertragen wurde und drittens, weil es die Grundlage dafür war ein Jahr später die Nummer Eins in Europa zu werden.

Tobias Beyer: Durch was zeichnet sich heutzutage ein guter Billard Spieler für Sie aus?

Ralph Eckert: Beharrlichkeit und die Faszination sich mit dem Spiel zu beschäftigen egal, ob nun jemand mit ihm spielt oder er alleine am Tisch steht.

Tobias Beyer: Gibt es wie in anderen Sportarten gewisse Altersgrenzen bei denen man sagen kann, dass es keine Verbesserungen mehr gibt?

Ralph Eckert: Da halte ich es mit Sonny Rollins (Weltklasse Saxophonist und Jahrgang 1930), der in einem ZEIT Interview mal sagte, dass er immer weiter spielen muss und auch jeden Tag üben will, weil er das Gefühl hat es immer noch besser spielen zu können. Das treibt ihn an und treibt auch mich an, selbst wenn es nur ein Gefühl sein sollte…

Tobias Beyer: Was muss für Sie ein Billard Verein haben bzw. anbieten das es ein guter Verein ist?

Ralph Eckert: Neben gutem und gepflegtem Spielmaterial, würde ich viel Wert auf Öffentlichkeit und Zugänglichkeit legen. Damit nicht immer dieselben Leute reinkommen, sondern auch immer wieder neue, freundliche und ehrliche Gäste zu dem Verein und seinen Räumlichkeiten finden und ihn bereichern mögen…

Der Kurfürst meiner Geburtsstadt Mannheim wurde vor knapp dreihundert Jahren mal wie folgt zitiert: „Die Stadt dessen Tore jedem ehrlichen und friedlichen Menschen offen stehen sollen, gleich welcher Konfession oder Nationalität er angehören möge…“ So blieb es zumindest immer in meinem Gedächtnis hängen…

Wir bedanken uns für das spontane Interview. Weitere Informationen zu Ralph Eckert findet Ihr unter:

https://www.facebook.com/profile.php?id=100000760622845&fref=ts

Das Interview führte unser Pressewart Tobias Beyer.

Auf dem Bild sind zu sehen: links unser 1. Vorsitzende Raffaele Manobianco, Mitte Ralph Eckert, rechts Michael Henke unser Jugendwart Billard.

Zurück

Einen Kommentar schreiben